Prüfungsängste und Schulängste bewältigen

Schulangst 1: Einleitung

Warum fürchtet sich mein Kind vor der Schule?
Viele Schüler fürchten sich vor der Schule, haben morgens Bauchweh, Kopfweh oder Übelkeit. Dabei ist es ganz normal, vor etwas Angst zu haben, denn es schützt vor gefährlichen Situation und leichtsinnigem Verhalten. Ein gewisses Angstlevel vor unbekannten Situationen – wie Prüfungen – ist sogar sinnvoll, um die Aufmerksamkeit zu steigern. Wenn die Schulangst allerdings so stark wird, dass das Kind blockiert und hilflos wirkt, sollte gehandelt werden. Denn jene Kinder leiden förmlich, wenn sie daran denken, in die Schule gehen zu müssen. Gemeinsam mit den Eltern können betroffene Kinder lernen, sich ihrer Angst zu stellen und sie zu überwinden.

Weshalb hat ein Kind Angst in die Schule zu gehen?

Die Angst vor dem täglichen Schulbesuch kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Bei manchen Kindern liegt es daran, dass sie sich stark unter Leistungsdruck setzen und Angst vor dem eigenen Versagen haben. Andere Kinder fürchten sich vor sozialer Bewertung, haben Angst von Mitschülern gehänselt, erpresst oder sogar verprügelt zu werden. Wiederum andere haben Angst vor der Autorität des Lehrers. Für manche Kinder sind diese Ängste unvorstellbar, aber für die Betroffenen wird die Schule dadurch zur täglichen Tortur.

Dabei ist Schulangst kein seltenes Phänomen. Denn immer häufiger quälen sich Kinder mit diesen Ängsten herum. Experten schätzen, dass jedes dritte Kind im Altern zwischen neun und 14 Jahren an Schulangst leidet. Häufig treten diese Ängste dann auf, wenn mit einem Schulübertritt neue Herausforderungen bevorstehen oder aber das Kind in die Pubertät kommt. Auf einer sehr spezifischen Ebene unterscheiden Psychologen zwischen zwei Unterformen der Schulangst. Näheres zu dieser Unterscheidung können sie hier lesen:

Wie äussert sich Schulangst?

Je jünger das Kind ist, um so mehr zeigt sich seine Angst in körperlichen Ausdrucksformen wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder allgemeinem Unwohlsein. Aber auch andere Formen von Stress, wie Fingernägelkauen, Schlafstörungen oder Einnässen können Anzeichen einer Schulangst sein. Häufig endet diese Angst in einem Teufelskreis, dem ängstliche Schüler ohne fremde Hilfe nur schwer entkommen können. Er läuft in etwa so ab: Die Angst führt zu schlechten Schulleistungen, die wiederum die Angst vor Versagen schüren, sodass die Schulleistungen schliesslich noch schlechter werden. Durch die permanente Angst können sich Kinder nur schwer auf die gestellten Aufgaben konzentrieren. Stattdessen kreisen ihre Gedanken ständig um das eigene mögliche Versagen. Im Endeffekt bleibt diesen Kindern dann nur wenig Kapazität für das Lösen der Aufgabe. Statt sich mit ihren Ängsten Mitschülern, Eltern oder Lehrern anzuvertrauen, neigen die betroffenen Kinder häufig dazu, den scheinbar einfacheren Weg zu gehen: sie meiden die unangenehmen Situationen. Jedoch wird es dadurch nur schlimmer. 

Wer ist betroffen?

Oftmals sind gerade fleissige und feinfühlige Kinder von Schulangst betroffen, da sie schon auf kleinste Begebenheiten in ihrem Umfeld reagieren. Experten haben weitere Anzeichen gesammelt, wann ein Kind an Schulangst leiden könnte. Eine Sammlung der wichtigsten Aspekte finden sie nachfolgend:

Kinder, die zu Schulangst neigen,

  • sind leistungswillig und machen Hausaufgaben nach, wenn sie mal gefehlt haben.
  • sind grundsätzlich offen, ehrlich und fair anderen gegenüber
  • würden nie heimlich schwänzen, bitten aber oft, zu Hause bleiben zu dürfen.
  • fühlen sich zu Hause sicher und freier, sodass sie lieber Freunde einladen, als wegzugehen.
  • fühlen sich nicht in der Lage zur Schule zu gehen, sind verzweifelt und leiden sichtbar.
  • sind am Wochenende oder in den Ferien fröhlicher, weil dann Bauch- oder Kopfschmerzen verschwinden.

Wie können Eltern ihre Kinder unterstützen?

Betroffene Kinder fürchten sich vor ihrem eigenem Versagen, vor Mobbing durch Mitschüler, vor Gewalt auf dem Pausenhof oder vor der Blossstellung durch Lehrer. Häufig haben sie schon konkrete Erfahrungen von Hänseleien, Kränkungen oder Aussenseitererfahrungen gemacht.

Viele Kinder haben manchmal Angst und möchten nicht zur Schule gehen. Ab und an ein flaues Gefühl in der Magengrube oder schlaflose Nächste vor Klassenarbeiten kommen bei jedem Kind irgendwann einmal vor. Daher ist es für Eltern manchmal nicht leicht zu erkennen, wie ernst die Lage ist. Denn die Grenzen zwischen gelegentlichen Angstgefühlen und Dauerpanik sind fliessend. Aber sobald sich ein Kind anders als sonst verhält, es offensichtlich und dauerhaft betrübt ist, sollten Eltern aufmerksam werden. Denn dann wäre das Wohlbefinden des Kindes grundlegend beeinträchtigt. In dieser Situation gilt es, dem Kind den Rücken zu stärken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Gespräche sind wichtig, eine heisse Schocki oder eine aufmunternde Umarmung. Neben diesen kleinen Gesten gibt es auch Hilfsstrategien, die Eltern anwenden können. Sie wirken aber nur, wenn sie rechtzeitig eingesetzt werden. Mit welchen Strategien Sie als Eltern Ihr Kind konkret unterstützen können, können sie hier lesen.  

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