Kinder motivieren

"Warum muss ich das lernen?" - Lernmotivation fördern

"Wenn ich es nicht brauche, ist es mir nicht wichtig"- wir alle möchten unser Tun als etwas Sinnvolles und Nützliches erleben. Dies spielt insbesondere beim Lernen eine bedeutsame Rolle.

Kinder lernen motivierter, wenn sie verstehen, weshalb sie lesen, schreiben und rechnen lernen sollen.

Je mehr Ihr Kind versteht, dass es sich dabei nicht einfach um Schulfächer handelt, sondern um Fertigkeiten, die das Leben bereichern, erleichtern und verschönern, desto eher ist es bereit, sich anzustrengen, um diese zu erwerben.
 
Dabei gilt: Theoretische Erklärungen und "Später-wirst-du-froh-drum-sein-Predigten" nützen herzlich wenig!
 
Lernmotivation-Sinn-des-Lernens 
Sie kommen deutlich weiter, wenn Ihr Kind das Gelernte als sinnvoll erlebt.
 
Sie können Ihrem Kind bereits vor der Einschulung vorlesen und ihm damit zu verstehen geben: Lesen zu können wird es dir erlauben, in wunderbare Geschichten einzutauchen. Sie können dabei die Neugier Ihres Kindes wecken, indem Sie sich beim Vorlesen neben das Kind setzen und ab und zu mit dem Finger über den Text fahren – und so mit der Zeit beim Kind das Verständnis wecken, dass die Geschichte etwas mit den komischen Zeichen zu tun hat.
 
Sobald Ihr Kind etwas lesen kann, können Sie sich mit Ihrem Kind beim Vorlesen abwechseln. Lassen Sie Ihr Kind einige Zeilen vorlesen und lesen Sie dann weiter vor. Achten Sie darauf, dass das gemeinsame Lesen weiterhin eine entspannte und schöne Zeit bleibt. Lassen Sie Ihr Kind nur so viel lesen, dass es nicht ermüdet und die Freude am Lesen nicht verliert. Halten Sie sich auch mit Korrekturen zurück. Ihr Kind wird vor allem dann immer weniger Fehler machen, wenn es mehr liest – zu häufiges Korrigieren kann dem Kind dabei jeglichen Spass verderben. Achten Sie dabei auf Ihr Kind und setzen Sie mit Korrekturen aus, wenn es dadurch die Motivation verliert.
 
Ihr Kind wird Lesen, Rechnen und Schreiben auch dann als sinnvolle Tätigkeiten begreifen, wenn es Sie dabei beobachten kann – wenn es also sieht, dass es sich dabei um Fertigkeiten handelt, die seine Eltern täglich verwenden. Legen Sie Ihr Buch nicht gleich hin, wenn Ihr Kind ins Wohnzimmer kommt – es ist wertvoll, wenn es sieht, dass seine Eltern gerne lesen. Erklären Sie ihm, dass Sie gerade eine wichtige E-Mail an einen Kunden schreiben und wie praktisch das ist – und dass es für den Kunden wichtig ist, dass man dabei möglichst wenige Fehler macht.
 
Rechnen Sie im Supermarkt für Ihr Kind hörbar aus, wie viel die Einkäufe kosten werden.
 
Sie können auch darauf achten, dass Ihr Kind selbst seine neuen Fertigkeiten möglichst oft im Alltag anwenden kann – indem es interessante, altersgemässe Bücher hat, die es lesen kann, aber auch, indem Sie es die Jasskarten zusammenrechnen lassen, mit ihm überlegen, wie lange es sparen müsste, um sich den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen, ihm dabei helfen, eine Brieffreundin im gleichen Alter zu finden etc.
 
Und schliesslich gibt es (ausser dem "Predigen") noch etwas anderes, das Sie nicht tun sollten: Diese Fertigkeiten abwerten. Viele Eltern, deren Kinder Mühe in einem Fach haben, berichten in der Beratung oder in unseren Seminaren von ähnlichen Erfahrungen. Sie haben selbst nicht gerne gerechnet, hatten Mühe mit Lesen und Schreiben und vermeiden diese Tätigkeiten heute so gut wie möglich. Sie lassen ihre Partnerin die Briefe an die Verwandten schreiben, den Partner die Karten zusammenrechnen, lesen kaum und erzählen dem Kind, wie schrecklich das alles auch für sie war.
 
Für das Kind bedeutet dies: Wir können das halt nicht – in unserer Familie haben alle Probleme mit Rechnen. Rechnen, Lesen oder Schreiben ist blöd, eine „Männer-„ bzw. „Frauensache“ und man kommt auch ohne zurecht. Man sollte Tätigkeiten, die damit verbunden sind, aus dem Weg gehen und kann froh sein, wenn man das Ganze irgendwann hinter sich hat.
 
Zum einen ist es gut, wenn Eltern ihre Kinder verstehen und sich einfühlen können, wenn ein Kind Schwierigkeiten hat. Zum anderen sollten Sie beim Kind nicht die Ansicht fördern, dass es deshalb ebenfalls Mühe haben wird, man die Zeit einfach absitzen muss und es sich kaum lohnt, diese Fertigkeiten zu erwerben. Das Ziel könnte darin bestehen, dem Kind Verständnis für die Schwierigkeiten entgegenzubringen, um dann aber zu sagen: „Es lohnt sich trotzdem und wir werden dich unterstützen! Ich hatte auch Mühe, aber ich bin froh, dass ich heute lesen und schreiben kann – und ich tue es gerne.“
 
„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ – wir motivieren Kinder nicht, indem wir ihnen diesen Spruch vorsagen, sondern ihn vorleben und es dabei unterstützen, die Schule mit dem Leben zu verbinden. 

Seminare für Eltern

 
 

Autorenteam

fabian und stefanie 3

Fabian Grolimund und Stefanie Rietzler leiten die Akademie für Lerncoaching und sind Autoren der folgenden Bücher:

         

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Akademie für Lerncoaching
Albulastrasse 57
8048 Zürich

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