Perfektionismus bei Kindern und Jugendlichen

"Du musst einfach an dich glauben!" - Warum positive Affirmationen oft mehr schaden als nützen

„Ich kann das nicht.“, „Ich bin eh zu blöd!“ Wenn Kinder solche Selbstzweifel äußern, läuten bei Eltern und Lehrkräften rasch die Alarmglocken. Schließlich möchten wir, dass unsere Kinder zuversichtlich sind, genügend Selbstvertrauen und ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln.

Dies aus gutem Grund, denn auch die Forschung zeigt, dass es hilfreich ist, optimistisch in die Welt zu blicken. Menschen, die sich selbst mögen, sich etwas zutrauen, Schwierigkeiten als Herausforderungen sehen und sich von Misserfolgen weniger entmutigen lassen, fühlen sich allgemein wohler und erreichen oft auch mehr – und das sogar müheloser.

Doch wie können wir einem Kind eine positivere Sichtweise vermitteln?

Die Lösung scheint denkbar einfach: Das Kind muss einfach lernen, positiv zu denken!

Überall sieht man sie: Hübsch gestaltete Kärtchen mit positiven Affirmationen. „Ich bin liebenswert!“, „Ich kann das!“, „Ich bin klug!“ steht darauf. Das Versprechen lautet: Lies die Kärtchen immer wieder durch oder sage sie dir mantra-artig auf und dein Selbstvertrauen beziehungsweise Selbstwertgefühl wird täglich wachsen.

Aber funktioniert das überhaupt?

Joanne Wood und ihr Team an der Universität Waterloo (2009) wollten es genauer wissen. Sie untersuchten, wie es sich auf die Stimmung und das Selbstbild auswirkt, wenn Menschen positive Affirmationen nutzen.

Die Versuchspersonen füllten zuerst einen Fragebogen aus, mit dem ihr Selbstwertgefühl gemessen wurde. Dann lasen sie Affirmationen wie «ich bin liebenswert».

Das Forschungsteam kam zu einem spannenden Resultat:

Einige Versuchspersonen spürten tatsächlich einen positiven Effekt. Das Lesen der Affirmationen führte bei ihnen zu einer besseren Stimmung, was allerdings nur kurzfristig anhielt.

Das Problem: Diese positive Wirkung zeigte sich nur bei Versuchspersonen, die bereits ein hohes Selbstbewusstsein mitbrachten.

Merle bt GeigeBei den Versuchspersonen, die an sich zweifelten, hatten die positiven Affirmationen die gegenteilige Wirkung! Ihre Stimmung und die Gefühle, die sie in Bezug auf sich selbst hatten, verschlechterten sich!

Eine Untersuchung von Renee Engeln und Megan Imundo (2020) kam zu einem ähnlichen Ergebnis. In dieser Studie wurden jungen Frauen gebeten, die Affirmation «ich liebe meinen Körper» in Gedanken mehrmals zu wiederholen, während sie einen Text schrieben. Die Affirmation führte dazu, dass die Frauen deutlich häufiger an Dinge denken mussten, die sie an ihrem Körper stören.

Obwohl die Wirkung von Affirmationen noch nicht besonders gut untersucht ist, zeigt sich in der Tendenz das folgende Bild:

Positive Bekräftigungen wie «ich schaffe das!» scheinen vor allem dann die gewünschten Effekte zu haben, wenn jemand bereits im Vorfeld eher optimistisch ist und über eine hohe Selbstwirksamkeit verfügt.

Es gibt aber Hinweise darauf, dass sie Menschen mit Selbstzweifeln zusätzlich verunsichern. Fast verzweifelt suggerieren sie sich «ich kann alles erreichen!» oder „ich bin liebenswert», und geraten dabei in einen inneren Konflikt: Die Aussage passt nicht zu ihrem Selbstbild, es fühlt sich an, als würden sie sich selbst belügen, was ihr Stresslevel erhöht.

Gleichzeitig führt das häufige Aufsagen der Affirmationen dazu, mehr über den entsprechenden Bereich nachzudenken. Wer sich immer wieder sagt „Ich liebe meinen Körper“, beschäftigt sich in der Folge zunehmend mit dem eigenen Aussehen. Wenn wir damit unzufrieden sind, werden wir fast automatisch auch an viele Aspekte denken, die uns daran stören.  

Vielleicht hast du Lust auf einen Selbstversuch? Lies die folgenden Affirmationen und beobachte, was bei dir innerlich passiert:

  • Ich bin fast jeder Herausforderung gewachsen!
  • Ich bin liebenswert.
  • Ich wirke sehr attraktiv auf das andere Geschlecht.

Wie sehr hättest du diesen Aussagen im Vorfeld bereits zugestimmt? Und wie fühlt es sich an, die jeweilige Affirmation zu lesen?

Wahrscheinlich merkst du: Je eher du die Aussage innerlich bejahen könntest, desto positiver die Wirkung. Du liest die Affirmation, fühlst dich bestätigt und bist vielleicht einen Moment dankbar dafür, dass es so ist.

Was aber, wenn du dich selbst anders wahrnimmst? Dann wird dir die Aussage höchstwahrscheinlich nicht dazu verhelfen, deine Sichtweise zu verändern – auch dann nicht, wenn du sie jeden Morgen fünfmal durchliest. Vielmehr wirst du inneren Widerstand spüren und dir werden Beispiele und Erfahrungen einfallen, die dagegensprechen.

Manche Befürworter/innen positiver Affirmationen gehen davon aus, dass alles nur eine Frage der Zeit sei: Sofern man die positiven Gedanken immer wieder übe, würden die Zweifel mit der Zeit verschwinden und die Affirmationen ins Unbewusste einsickern. Leider konnten wir keine Studie finden, die diese Annahme bestätigt.

Doch wie können wir nun vorgehen, wenn wir Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen helfen möchten, ein positiveres Selbstkonzept zu entwickeln?

Wirksame Alternativen zu positiven Affirmationen

Zum Glück gibt es auch sehr viele inzwischen gut untersuchte Methoden, um Glaubenssätze und innere Überzeugungen zu verändern.

Dabei wollen wir negativen Gedanken nicht einfach durch positive ersetzen. Vielmehr geht es darum, dass Kinder und Jugendliche erfahren dürfen:

  1. Ich bin mit meinen Gedanken nicht allein – auch andere Menschen plagen Selbstzweifel. Ich darf mich öffnen und über meine Sorgen sprechen, ohne dass mir andere gleich widersprechen oder mir sagen, dass ich nicht so denken darf.
  2. Ich bin nicht meine Gedanken und muss nicht alles glauben, was mir durch den Kopf geht.
  3. Ich darf in Ruhe über meine Glaubenssätze nachdenken. Vielleicht hilft mir jemand geduldig dabei, meine Sichtweise zu überprüfen: „Tut mir dieser Gedanke gut?“, „Hilft er mir, meine Ziele zu erreichen?“, „Ist diese Aussage überhaupt wahr?“
  4. Wenn ich mit meinen bisherigen Sichtweisen nicht einverstanden bin, kann ich diese verändern: Durch neue Einsichten und neue Erfahrungen.

Das Ziel besteht nicht in blauäugigem positivem Denken, sondern in konstruktiven Gedanken, die wahr und stimmig sind.

Wie ist das gemeint? Der Gedanke „ich schaffe das nicht!“ ist in den meisten Fällen nicht wahr. Der Gedanke „ich schaffe das!“ aber genauso wenig. Wir können schließlich nicht in die Zukunft schauen und uns sicher sein, dass wir eine Prüfung bestehen, einen Wettkampf gewinnen oder ein Problem lösen können.

Ein Gedanke, der konstruktiv und wahr ist, könnte beispielsweise folgendermaßen lauten: „Ich weiß nicht, ob ich die Prüfung bestehe – aber wenn ich jetzt anfange zu lernen, verbessere ich meine Chancen. Also los!“ vielleicht begleitet von einem Gedanken wie: „Es gibt immer eine zweite Chance. Falls ich es dieses Mal nicht schaffe, werde ich ein bisschen enttäuscht sein. Meine Eltern wären für mich da und würden mich trösten.“

Mit Coping-Modellen zu neuen Sichtweisen

Wenn wir Kindern neue Denkweisen nahebringen möchten, sind Modelle extrem hilfreich.

Dabei sollten wir nicht auf Vorbilder setzen, denen alles mit Leichtigkeit gelingt, sondern auf sogenannte Coping-Modelle: Menschen, die mit ähnlichen Schwierigkeiten kämpfen und uns zeigen, wie man Hürden überwinden kann. Oder Personen, die in der Vergangenheit vor ähnlichen Herausforderungen standen, wissen, wie wir uns fühlen, und einen Weg gefunden haben, mit der Schwierigkeit umzugehen.

Wie geht der Lieblingssportler des Kindes mit Niederlagen um? Wie hat es die Lieblingsautorin geschafft, den Mut nicht zu verlieren, als ihr ein Verlag nach dem anderen eine Absage erteilt hat? Wie hat sich die Sängerin, die vom Kind so bewundert wird, nach einer Krise wieder gefangen?

Viele erfolgreiche Menschen berichten sehr offen von schwierigen Zeiten oder davon, wie sie lernen mussten, mit Problemen umzugehen. Oft bringt eine kurze Recherche Erstaunliches zutage.

Falls sich nichts finden lässt, kann man sich die Kreativität von Kindern und Jugendlichen zunutze machen. Wir sind immer wieder überrascht, wie gut Kinder antworten können, wenn man sie etwas fragt, wie: „Was glaubst du, wie gelingt es Erling Haaland, sich nach einem verpatzten Schuss aufs Tor zu beruhigen und sich wieder auf das Spiel zu fokussieren? Und wie schafft er es, am nächsten Tag wieder zu trainieren, nachdem er ein wichtiges Spiel verloren hat? Was sagt er da wohl zu sich selbst?“

Merle Mutter trstetDu kannst aber auch als Elternteil als Coping-Modell dienen. Anstatt auf die Selbstzweifel deines Kindes mit Gegenargumenten zu reagieren, kannst du dich zuerst mit ihm verbinden. Vielleicht sagst du dazu etwas wie: „Ich bin eh zu blöd … diesen Satz kenne ich. Das sage ich mir manchmal auch…“ Wahrscheinlich wird dein Kind jetzt neugierig: „Du? “ antworten. Jetzt kannst du etwas mehr erzählen und beispielsweise von einer Episode erzählen, in der du an dir gezweifelt hast: „Ja, erst letzte Woche im Büro. Wir arbeiten jetzt mit einem neuen Computer-Programm und du weißt ja, dass ich mich immer etwas schwertue, wenn ich da was umlernen muss. Und als diese Kursleiterin so lange erklärt hat, konnte ich plötzlich nicht mehr zuhören. Ich habe nur noch gedacht: Warum checken die das alle? Die sind alle viel schneller als ich! Ich check das alles nicht!“. An diesem Punkt wird das Kind sicher wissen wollen, was dann passiert ist. Vielleicht hat man als Elternteil eine Kollegin gefragt und gemerkt, dass diese auch Probleme hatte und sich die Lösung dann gemeinsam erarbeitet? Du kannst an dieser Stelle dein Kind auch fragen, was du dir in diesem Moment hättest sagen können anstatt „ich checke das eh nicht! “ - oft fällt Kindern mehr ein, wenn sie sich Lösungsvorschläge für andere überlegen dürfen. Wichtig ist dabei, dass man als Elternteil nicht verzweifelt wirkt, sondern vermittelt: Es ist ganz normal, dass man immer mal wieder an sich selbst zweifelt, das geht mir auch so. Und ganz oft hat man dann Gedanken im Kopf, die eigentlich gar nicht stimmen. Wollen wir mal gemeinsam darüber nachdenken, was man in so einer Situation tun kann?

Mit Büchern zu neuen Gedanken

In unseren Büchern für Grundschulkindern („Lotte, träumst du schon wieder?“, „Jaron auf den Spuren des Glücks“ oder „Du schaffst das, Merle!“) arbeiten wir sehr gerne mit solchen Modellen. Das sind auf der einen Seite Tierkinder, die dieselben Schwierigkeiten erleben wie die jungen Leser/innen, aber auch Mentorfiguren, die mit Rat und Tat zur Seite stehen.

In unserem Roman „Du schaffst das, Merle!“ zweifelt die junge, perfektionistische Ente Merle ständig an sich selbst. Als sie den Sprung an die renommierte Schule Academia schafft, plagen sie immer häufiger Ängste und Selbstzweifel. Die Gedanken fahren Achterbahn: „Was ist, wenn ich eine schlechte Note bekomme?“, „Ich schaffe das nicht!“, „Ich bin so dumm! Die anderen sind viel besser und klüger als ich!“

Zum Glück trifft sie auf zwei besondere Lehrkräfte, ihren Geigenlehrer Nadim und die Geschichts- und Deutschlehrerin Galina Gämse.

Nadim zeigt ihr, dass er ihre Sorgen und Zweifel kennt. Er selbst stand als Kind unter großem Druck und litt immer stärker unter Versagensängsten. Während Nadim erzählt, hört Merle zu und staunt: Ihr Vorbild hat ähnliches erlebt wie sie? Er kennt diese Gedanken und kann sich in sie einfühlen? Das hätte sie nicht erwartet! Und sie wird neugierig: Wie ist es Nadim gelungen, aus dieser Spirale hinauszufinden? Gemeinsam mit Merle können die Leser/innen dieses Geheimnis lüften. Dabei lernt Merle verschiedene Wege kennen, um neue, hilfreichere Gedanken zu entwickeln.

Das Problem ist das Problem, nicht das Kind ist das Problem: Arbeit mit dem Tyrannicus

Mit Hilfe des Geigenlehrers entdeckt Merle ihren Tyrannicus: Eine gemeine Stimme, die ihr ständig fiese Sätze einflüstert, die sie klein halten und verunsichern.

Sie zeichnet diesen in ein Heft und beginnt, dessen Aussagen aufzuschreiben. Sehen wir uns diese Szene kurz an:

Plötzlich hat Merle einen Gedankenblitz. Sie watschelt zurück auf ihren Platz am Schreibtisch, öffnet das Notizheft und schreibt „Tyrannicus“ auf die erste Seite. Sie schließt die Augen, horcht in sich hinein und denkt an all den Stress, den Druck, die Prüfungen, die sie in den letzten Wochen und Monaten so mitgenommen haben. Da! Mit einem Mal hört sie ihren Tyrannicus klar und deutlich: all die Gemeinheiten, die er ihr einflüstert. Die Ente lässt die Spitze ihres Kugelschreibers herausschnellen und beginnt zu schreiben.

 Bild Buch Merle

Merle schluckt schwer und starrt auf all die düsteren und boshaften Gedanken, die sie schon so lange begleiten. Und auf einmal formt sich ein Bild vor ihrem inneren Auge: Ein dürrer Schatten mit langen Krallen, der sie am Nacken packt und sie – für alle anderen unsichtbar – klein hält und fertigmacht. Sie fischt einen Kohlestift aus ihrem Mäppchen und zeichnet die düstere Gestalt. Wenig später springt ihr der Tyrannicus fast aus dem Notizheft entgegen. „Was willst du von mir?“, grummelt die Ente. Dann aber grinst sie triumphierend: „Jetzt habe ich dich entdeckt!“ Schwungvoll klappt sie das Notizheft zu und wendet sich wieder ihren Physikunterlagen zu. Sie atmet tief durch. Nun, da ihr Tyrannicus im Notizheft eingeklemmt ist, fühlt sie sich plötzlich erleichtert. Auch während sie lernt, wirkt seine Stimme ein wenig leiser und dumpfer.

Merle Tyrannicus bseMit Hilfe des Tyrannicus wird das Problem externalisiert. Diese Methode stammt aus der systemischen Beratung und wurde vom australischen Psychotherapeuten und Sozialarbeiter Michael White und seinem neuseeländischen Kollegen David Epston entwickelt (vgl. White & Epston, 2024). Nach dem Motto „Das Problem ist das Problem, nicht das Kind ist das Problem“ wird dieses als Figur dargestellt, die man nun genauer untersuchen kann. Was sagt der Tyrannicus zu mir? Wie fühlt sich das an? Warum tut er das? Hat er immer recht? Bin ich der gleichen Meinung?

Merle entdeckt immer mehr Widersprüche und Fehler in den Aussagen des Tyrannicus. Dieser flüstert ihr ein, dass sich alle bei einem Misserfolg enttäuscht von ihr abwenden werden. Als Merle darüber nachdenkt, ob das tatsächlich stimmt, fällt ihr auf, dass es für ihre Freunde überhaupt keine Rolle spielt, ob sie eine gute Schülerin ist und diese sie trösten würden, wenn sie enttäuscht ist.

Bei ihrer Mutter ist sie sich etwas weniger sicher, da diese sich jeweils mit ihr freut, wenn sie gute Noten schreibt. Automatisch geht Merle davon aus, dass sie entsprechend enttäuscht wäre, wenn es mal nicht so ist. Weil sie beschlossen hat, ihrem Tyrannicus nicht alles zu glauben, fragt sie aber nach und erfährt, dass ihre Mutter zu ihr steht und sie liebt – ganz unabhängig von ihren Leistungen.

Mit der Zeit wächst in Merle eine andere Stimme, ihre eigene, die im Laufe der Geschichte stärker und lauter wird.

Auf einem Plakat hält sie ihre neuen Glaubenssätze fest. Du kannst es herunterladen, indem du darauf klickst:

Bild Manifest Merle Perfektionismus 2025

Achtung: Es geht auch hier nicht darum, sich diese Sätze auszudrucken und sie analog zu positiven Affirmationen mehrmals zu wiederholen. Für Merle haben diese Sätze eine Bedeutung, weil sie das Resultat vieler Erlebnisse, Gespräche und Einsichten sind. Erst durch die Geschichte werden sie auch für andere Kinder und Jugendliche bedeutsam.

Noch viel hilfreicher ist es aber, selbst ein solches Plakat zu gestalten, das auf eigenen Erfahrungen beruht. 

Es gibt aber noch viele weitere Wege, um sich eine positive Sichtweise zu erarbeiten.

Akzeptanz und Selbstmitgefühl

Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie sich selbst uneingeschränkt toll und großartig finden, sondern dadurch, dass sie sich mit sich selbst versöhnt haben. Sie mögen und schätzen sich so, wie sie sind. Mit ihren Stärken und Sonnenseiten, aber auch den eigenen Schwächen und Fehlern.

Ein Weg dazu ist Selbstmitgefühl.

Anstatt sich die positive Affirmation „ich habe einen schönen Körper“ aufzusagen und alles dafür zu tun, um möglichst attraktiv auszusehen, könnten wir uns bewusstwerden, dass fast niemand mit seinem Aussehen zu hundert Prozent zufrieden ist.

Wir könnten uns mit unseren Werten verbinden und uns fragen, was uns in unserem Leben wirklich wichtig ist. Vielleicht gelangen wir zur Überzeugung: „Ja, es gibt ein paar Dinge, die mich an meinem Körper stören. Und das geht in meinem Freundeskreis tatsächlich allen so. Egal, was ich tue, ich werde nie ganz zufrieden sein. Und es gibt so viele Dinge, die mir wichtiger sind als ein perfekter Körper.“

Mit der Positiven Psychologie zu neuen Gedanken

Anstatt uns positive Gedanken aufzusagen, können wir uns bewusst machen, dass uns viel Schönes und Wertvolles widerfährt.

So konnte die Forschungsrichtung der Positiven Psychologie zeigen: Wenn wir uns stärkende Erfahrungen, schöne Erlebnisse und positive Aspekte unseres Lebens in Erinnerung rufen, können wir unsere Stimmung verbessern, unsere Wahrnehmung neu ausrichten und viel zu unserem eigenen Glück beitragen.

In unserem Buch „Jaron auf den Spuren des Glücks“ haben wir diese Methoden in eine spannende Geschichte verwoben, um sie Kindern von ca. 8 bis 12 Jahren zugänglich zu machen.

Sehen wir uns zwei beliebte Möglichkeiten an:

Die "Was ist gut gelaufen?"-Übung

Bei dieser Übung notiert man sich am Abend drei Dinge, die gut gelaufen sind. Das kann ein schönes Erlebnis sein, ein kleiner Erfolg, eine Begegnung, die uns gefreut hat.

Als Eltern kann man diese Methode mit dem Kind als Zubettgeh-Ritual nutzen, wobei man sich gegenseitig drei schöne Momente erzählt. Achte darauf, dass du dabei keinen Druck aufsetzt. Wenn das Kind heute keine Lust auf die Übung hat, dann ist das in Ordnung.

Indem wir uns schöne Erlebnisse in Erinnerung rufen, passieren mehrere spannende Dinge:

  • Wir freuen uns in diesem Moment darüber, dass uns etwas Schönes widerfahren ist. Vielleicht hilft uns das sogar, friedlich einzuschlafen.
  • Durch die Wiederholung stärken wir die Erinnerung an schöne Momente. Sie fallen uns dadurch leichter wieder ein.
  • Wir richten unsere Wahrnehmung neu aus und achten im Alltag immer stärker auf solche Momente.
  • Wir merken immer besser, was uns guttut und fangen an, unser Leben aktiv so zu gestalten, dass wir mehr positive Erfahrungen machen. Dabei merken wir oft, dass es nicht die besonderen Erlebnisse sind, die am meisten zu unserem Wohlbefinden beitragen, sondern unscheinbare und oft kostenlose Momente im Alltag.

Gerade wenn Kinder viele negative Gedanken äußern und immer das Haar in der Suppe finden, kann diese Übung auch das Denken im Allgemeinen in eine positivere Richtung lenken.

Studien zeigen, dass Erwachsene, die diese Übung während fünf Wochen durchführten, auch ein halbes Jahr später noch signifikant zufriedener waren.

Dankbarkeit

Was ist alles bereits da, was unser Leben bereichert?

Mit Hilfe von Dankbarkeitsübungen wenden wir uns dieser Frage zu und suchen nach Antworten.

Dazu kann man beispielsweise ab und zu als Familie eine Liste mit all den Dingen erstellen, für die man dankbar ist. Wir können uns dabei bewusst machen, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir ein Dach über dem Kopf, Strom und fließendes Wasser haben. Vielleicht sind wir dankbar für einzelne Freundschaften, die Beziehungen in unserer Familie, dafür, dass man ein Haustier haben darf, eine nette Lehrerin hat, an einem schönen Ort wohnen darf?

Rasch ergibt sich eine lange Liste und mit jedem Punkt freut man sich etwas mehr über ein eigentlich doch reiches Leben.

Achtung: Mittlerweile gibt es Tagebücher, die dazu anregen sollen, täglich solche Übungen zu machen. Die Forschung zeigt aber immer wieder, dass diese dadurch ihre Wirkung verlieren.

Es ist besser, die Übungen nur über einen bestimmten Zeitraum anzuwenden, zwischen verschiedenen Übungen abzuwechseln oder eine Pause einzulegen. Sobald sie sich wie ein weiterer Punkt auf der To-Do-Liste anfühlen, den man abarbeiten muss, nützen sie nichts mehr.

Hinweis: Bist du Fachperson (Lehrkraft, Heilpädagogin, Schulsozialarbeiter/in oder Schulpsychologin) und möchtest mehr dazu erfahren, wie du Kinder und Jugendliche bei Lern- und Leistungsproblemen unterstützen und ihr Selbstwertgefühl stärken kannst? Dann empfehlen wir dir gerne unsere Weiterbildung in Lerncoaching sowie unser Webinar "Perfektionistische Kinder und Jugendliche begleiten"

 

Stärkende Botschaften für junge Leser/innen

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Buch Du schaffst das Merle 2025 Cover
Schlechter könnte es für den jungen Fuchs Jaron nicht laufen: Sein strenger Vater zwingt ihn, Fußball zu spielen, obwohl ihm das Training überhaupt nicht gefällt. Sein bester Freund verbringt plötzlich lieber Zeit mit zwei Fieslingen, die Jaron ständig ärgern. Und dann steckt ihn die Lehrerin für die große Projektarbeit auch noch in eine Mädchengruppe! Doch dort verkündet das freche Hasenmädchen Lotte: „Wir erforschen, was glücklich macht!" Sie reißt den betrübten Jaron mit - in eine abenteuerliche Suche nach dem Glück.

Im Rahmen eines spannenden Abenteuers, in dem Fuchs Jaron mehr und mehr zu sich selbst findet und seine Einsamkeit durchbricht, entdeckt er gemeinsam mit seinen neu gewonnenen Freunden Lotte, Merle und Frieda 16 Glückslektionen. 

"Jaron auf den Spuren des Glücks" richtet sich an...

... Leser/innen ab 8 Jahren, die gerne philosophieren und über die Welt und das Leben diskutieren.

... Entdecker/innen jeden Alters, die gerne wissen möchten, was wirklich glücklich macht und im Leben zählt.

... Familien, die über gemeinsames Lesen und persönliche Gespräche zueinander finden wollen.

... alle, die dem Schönen und Guten in ihrem Leben die Tür weit öffnen möchten.  

Hinweis: "Jaron auf den Spuren des Glücks" spielt in der Welt, die du vielleicht bereits aus dem Buch "Lotte, träumst du schon wieder?" kennst. Die beiden Bücher können jedoch in beliebiger Reihenfolge gelesen werden.
 

Cover Lotte definitivHasenmädchen Lotte, 10 Jahre alt, hat es nicht leicht: „Trödel nicht rum!“, „Hör auf zu träumen“ – ständig haben ihre Eltern und die strenge Lehrerin, Frau Luchs, etwas an ihr auszusetzen. Wenn es Lotte zu viel wird, driftet sie in ihre Traumwelt ab. Dort erlebt sie Abenteuer als mutige Piratin und kämpft gegen eine Widersacherin (die ihrer Lehrerin verblüffend ähnlich sieht). Zum Glück stehen ihre besten Freundinnen Lotte zur Seite: Die fleißige und etwas ängstliche Ente Merle und die gemütliche Bärin Frieda, die so gerne Ballerina wäre. Lotte droht an endlosen Hausaufgaben, Prüfungen, schlechten Noten und ihrer Vergesslichkeit zu verzweifeln. Doch dann trifft sie im verlassenen Wald auf eine seltsame Waldbewohnerin, die den Wert des Träumens kennt und sie in ein uraltes Geheimnis einweiht...

Ein Lese- und Vorlesebuch für verträumte Grundschulkinder, ihre Eltern und Lehrer/innen...

 

Buch Du schaffst das Merle 2025 CoverDie junge Ente Merle kann es nicht fassen! Sie besteht tatsächlich die schwierige Aufnahmeprüfung und schafft den Übertritt auf das angesehene Internat "Academia". Kaum hat sie diesen großen Schritt gemeistert, beginnt das Abenteuer erst richtig: Die neue Klasse, ein Berg an Lernstoff und ein scheinbar endloser Testmarathon bringen Merle ganz schön ins Schwitzen. Als wäre das alles nicht genug, kämpft die junge Ente gegen Notenstress, Prüfungsängste und ihren eigenen Perfektionismus. Die Gedanken fahren Achterbahn: "Was ist, wenn ich eine schlechte Note bekomme?", "Ich schaffe das nicht!, Ich bin so dumm!", "Die anderen sind viel besser und klüger als ich!"

Zum Glück stärken ihr Mama Ente und die nette Lehrerin den Rücken. Aber deren gut gemeintes "Du schaffst das, Merle!" setzt die junge Ente nur noch mehr unter Druck. Doch als sie es am wenigsten erwartet, taucht eine geheimnisvolle Berühmtheit an ihrer Schule auf und Merle entdeckt, dass das größte Hindernis manchmal in uns selbst steckt

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Akademie für Lerncoaching
Albulastrasse 57
8048 Zürich

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