Konzentration und Aufmerksamkeit fördern

Konzentration fördern - durch herausfordernde Mini-Ziele

Sitzt Ihr Kind beim Lernen da und starrt Löcher in die Luft? Spielt es mit dem Stift und schaut aus dem Fenster, anstatt sich die Hausaufgaben vorzuknöpfen? Wenn es mit dem Einstieg in die Arbeit nicht klappen will, können uns Mini-Ziele zur nötigen Konzentration verhelfen.

Mit einer kleinen Herausforderung gegen Unlust und Stress 

Wir alle haben bei der Arbeit hin und wieder Anlaufschwierigkeiten. Wenn wir genauer hinschauen, ist dafür meist einer von zwei Gründen verantwortlich:

  1. Die Arbeit langweilt uns.
  2. Wir sind gestresst, weil wir zu viel auf einmal erledigen müssen oder wir uns den Aufgaben nicht gewachsen fühlen.
Manchmal quält uns sogar beides zusammen: Die Vielfalt und die Menge der anstehenden Aufgaben überfordert uns, die einzelnen, eher langweiligen Arbeiten unterfordern uns. Wir fühlen uns ausgelaugt und gelangweilt, bevor wir überhaupt begonnen haben.
Lernen Konzentrationsprobleme
 
Bei beiden Ursachen hilft ein klares Mini-Ziel für die nächsten 10 bis 60 Minuten. Das Energie-Level steigt und wir gewinnen Klaheit, wenn wir genau wissen, was wir als Nächstes angehen wollen und uns ein Ziel setzen, das gleichzeitig erreichbar und herausfordernd ist.
 
Ein lasch hervorgebrachtes "Ich muss diese 10 Vokabeln lernen" versetzt uns in einen anderen Zustand als ein "in 10 Minuten will ich diese 10 Vokabeln im Kopf haben"!
 
Der Gedanke "ich sollte mit meinem Aufsatz beginnen" macht uns müde und schlapp. Die klare Ansage "in den nächsten 15 Minuten will ich jeweils fünf überzeugende pro- und contra-Argumente gesammelt haben" wirkt dagegen aktivierend.
 
Gerade Kinder mit Konzentrationsproblemen (zum Beispiel aufgrund einer ADHS) profitieren von herausfordernden Zielen, die sich nur auf die nächste Arbeitseinheit beschränken. 
 
Ein herausforderndes Mini-Ziel hilft dabei:
  • sich in eine förderliche Arbeitshaltung zu begeben
  • die eigenen Kräfte zu bündeln
  • sich bewusst ein Startsignal für die Arbeit zu geben
  • so lange an der Aufgabe zu bleiben, bis diese abgeschlossen ist. 

Danach darf man sich guten Gewissens die wohlverdiente Pause gönnen.  

Sinnvolle Ziele steigern den Lernerfolg

Viele Schüler/innen lernen viel zu passiv. Sie nehmen sich vor "heute Nachmittag Geschichte zu lernen" und beginnen mit dem Lesen. 

Mit dem richtigen Ziel im Kopf wird das Lernen sofort effektiver. Dazu fragt man sich:
  • Welches Resultat will ich genau erreichen?
Schüler/innen lernen konzentrierter und aktiver, wenn sie genau festlegen, was sie nach einer bestimmten Zeiteinheit wissen oder können wollen. Zum Beispiel:
  1. In 45 Minuten will ich das Kapitel über das Staatssystem der Griechen gelesen haben und in der Lage sein, die wichtigsten Punkte wiederzugeben und die Lernziel-Fragen dazu zu beantworten.
  2. Heute Abend will ich den Prozess der Photosynthese verstanden haben, die Gleichung dazu erklären können und mir 5 mögliche Prüfungsfragen zu diesem Thema aufgeschrieben haben. 
  3. Ich schaue mir jetzt die Fehler in meinem Übungs-Diktat genau an und überlege mir zu jedem Fehler, wie ich mir die richtige Schreibweise einprägen könnte. Mal sehen, ob ich es schaffe, im nächsten Durchgang alle richtig zu schreiben!
Schüler/innen sind oft sehr Input-orientiert. Sie nehmen sich vor, eine bestimmte Anzahl von Seiten zu lesen oder eine bestimmte Zeitdauer lang zu lernen. Dieses Ziel kann jedoch auch erreicht werden, indem man einfach seine Augen über den Text gleiten lässt oder die Zeit absitzt.
 
Wenn wir Schüler/innen dabei helfen, sich zu überlegen, welches Resultat, welchen Lernzuwachs sie erreichen möchten, steigt meist sofort die Konzentration. Zudem setzen die Schüler/innen oft intuitiv wirksamere Lernstrategien ein. Wenn sie sich vorgenommen haben, ein bestimmtes Unterkapitel verstanden zu haben, lesen sie bei schwierigen Passagen langsamer, denken nach, wiederholen innerlich wichtige Punkte, stellen sich Bilder dazu vor oder machen sich Notizen. Das alles fällt weg, wenn sie sich vorgenommen haben, einfach zehn Seiten zu lesen oder eine halbe Stunde zu lernen. 
 
Inwiefern könnten Mini-Ziele Ihnen, Ihrem Kind oder Ihrer Klasse nützlich sein? Lassen Sie sich überraschen! Vielleicht vereinbaren Sie ein herausforderndes Ziel für die nächste Lerneinheit und besprechen im Anschluss gemeinsam, wie sich die konkrete Zielsetzung auf die Konzentration und Motivation ausgewirkt hat.

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Fabian Grolimund und Stefanie Rietzler leiten gemeinsam die Akademie für Lerncoaching in Zürich.

Akademie für Lerncoaching
Albulastrasse 57
8048 Zürich

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