Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivität

In diesem Bereich erfahren Sie Wissenswertes zum Thema Aufmerksamkeitsdefizit- (Hyperaktivitäts-) Störung und Schule / Lernen. In den folgenden Artikeln vermitteln wir Ihnen, wie eine AD(H)S diagnostiziert / abgeklärt wird, warum Kinder mit AD(H)S eine andere Art der Konzentration aufweisen und welche Faktoren zu ihrem schulischen Erfolg beitragen. 

Bis es zur Diagnose AD(H)S kommt haben sowohl Kinder als auch Eltern oft schon einiges mitgemacht. Bei vielen AD(H)S betroffenen Kindern hapert es wegen der Unaufmerksamkeit und Ablenkbarkeit in der Schule. Den Eltern verlangt das Diskutieren, Strukturieren, An- alles- erinnern, Zwischen- den- Geschwistern- Schlichten, Schrammen verarzten & Co einiges ab. Für die Eltern von hyperaktiven Kindern ist oft auch der soziale Druck nicht einfach, wenn Außenstehende das kindliche Verhalten schnell als „ungezogen“ verurteilen ohne die Hintergründe zu kennen. 

Vielen Eltern haben es als sehr hilfreich empfunden, sich mit den Gründen für die kindlichen Verhaltensauffälligkeiten vertraut zu machen und mit Vorurteilen aufzuräumen. Dies ist einerseits wichtig, um die eigene Unsicherheit und den eigenen Ärger verringern zu können. Andererseits können Sie als Eltern so auch ein Stück weit „Experte“ für Ihr Kind werden, können loyaler hinter der Tochter/dem Sohn stehen und mögliche Vorwürfe von Außenstehenden durch fundiertes Wissen abwehren. 

"Hörst du mir überhaupt zu?!" - wie wir zu ADHS-betroffenen Kindern durchdringen können

  • „Wie oft muss ich dir eigentlich noch sagen, dass…?!“
  • „Das hatten wir doch besprochen.“
  • „Bist du taub?“
  • „Haaallooo…jemand zu Hause?“

Als Bezugsperson eines ADHS-betroffenen Kindes ist es gar nicht so einfach, sich Gehör zu verschaffen. Betroffene sind oftmals so versunken in ihrer eigenen Welt, dass wir kaum zu ihnen durchdringen können. 

Abklärung / Diagnostik der ADS / ADHS

In den letzten Jahren hat das Thema ADHS viel Beachtung erfahren. Beinahe jeder kennt ein Kind aus dem Kindergarten, einen Mitschüler des Sohnes oder eine Freundin der Tochter, die "ADHS hat" oder deren Eltern/Lehrpersonen dies vermuten. Auch die Medien schlachten das Thema immer wieder aus. Doch wie wird eine ADHS eigentlich festgestellt?

ADHS: Die Stärken verbergen sich hinter den Schwächen - Vortrag

ADHS-Betroffene zeichnen sich nicht nur durch bestimmte Schwächen und Schwierigkeiten aus. Oft verstecken sich hinter der Verträumtheit, der Impulsivität und Hyperaktivität besondere Stärken, die es zu entdecken gilt. An der BEFA, der nationalen ADHS-Tagung durfte ich zu diesem Thema einen Vortrag halten. 

Buchtipps für Eltern von ADS/ADHS- Kindern

Sie sind auf der Suche nach weiteren Tipps zum Thema "ADS/ADHS"? Dann sind Sie in dieser Rubrik genau richtig!

Kinder mit ADS / ADHS konzentrieren sich anders

Wie kann es sein, dass sich ein Kind in der Schule und bei den Hausaufgaben ständig ablenken lässt, während es sich beim Spielen, Fernsehen oder Gamen stundelang konzentrieren kann? Als Mutter oder Vater haben Sie sicherlich schon häufig ungläubig den Kopf darüber geschüttelt. Ist auch Ihr Kind wie ausgewechselt, wenn es sich seine Tätigkeit selbst aussuchen kann? „Plötzlich“ können diese Kinder stundenlang in ihrem Legospiel versinken, sich aufmerksam mit dem neuen Comic beschäftigen und sich von nichts und niemandem während der Lieblingssendung ablenken lassen. Für Aussenstehende entsteht deshalb oft der Eindruck, dass diese Kinder „sehr wohl aufpassen könnten, wenn sie nur wollten oder richtig erzogen wären.“ Wir möchten mit diesem Vorurteil aufräumen. In diesem Artikel gehen wir daher dem Ursprung des Aufmerksamkeitsdefizits auf den Grund und erklären, warum Kinder mit ADHS eine andere Form der Aufmerksamkeit aufweisen.

Lerntipp: Zappeln ist Gold wert!

„Kannst du jetzt endlich mal still sitzen?! Du machst mich ganz nervös! So macht man keine Mathe-Aufgaben.“

ADHS-betroffene Kinder und Jugendliche (vom hyperaktiv-impulsiven Typus oder Mischtypus) sind andauernd in Bewegung. Beim Lernen rutschen sie unruhig auf ihrem Stuhl herum, zucken wie eine Nähmaschine mit den Beinen, klopfen mit den Fingern einen Takt auf dem Tisch oder greifen ständig nach herumliegenden Materialien.

Als Elternteil kann der gesteigerte Bewegungsdrang eines Kindes einen selbst ganz unruhig machen- besonders am Esstisch, bei den Hausaufgaben oder dem Lernen. Oftmals fragen sich Eltern in diesem Zusammenhang:

„Muss ich meinem Kind beibringen, still zu sitzen oder soll ich es einfach zappeln lassen?“

So lernen Kinder mit ADHS, entspannter mit Übergängen im Tagesablauf umzugehen

„Letzte Woche hat Simons Lehrerin den Kindern versprochen, in der nächsten Turnstunde einen Waldlauf zu machen, anstatt in die Halle zu gehen. Ich weiß, dass schon der Übergang vom Schulzimmer zum Schulsport für Simon eine ziemliche Herausforderung ist. Er trödelt vor sich hin und verliert sich auf dem Weg zur Turnhalle in seinen Gedanken, die anderen Kinder sind bereits weg. Er braucht auch immer eine Weile, bis er in einer neuen Situation „wirklich ankommt“.  In unserer ADHS-Elterngruppe kennen das viele andere Eltern von ihren Kindern auch. Letzten Dienstag ist es aber völlig entgleist. Wir haben mit Simon beim Frühstück noch besprochen, dass er heute die „Draußen-Turnschuhe“ mitnimmt und sich darauf einstellt, dass die Lehrerin heute mit der Klasse einen Waldlauf macht. Gegen Mittag hat es dann angefangen zu regnen wie aus Kübeln. Der Waldlauf fiel ins Wasser. Simon hat sich fürchterlich aufgeregt und war den ganzen Tag kaum mehr zu beruhigen. Solche Planänderungen bringen ihn schnell auf die Palme."

Vorurteil 1: „Der Grund für AD(H)S ist eine schlechte Erziehung“

Als Elternteil eines ADHS-betroffenen Kindes leistet man mehr Erziehungsarbeit als andere Eltern und muss sich trotzdem so einiges anhören. Vielleicht kommen Ihnen haaresträubende Kommentare wie "Die Eltern sind halt zu wenig konsequent.", "Das kommt davon, dass man den Kindern alles durchgehen lässt.", "Klar, dass das Kind so schwierig ist, die Mutter ist ja auch alleinerziehend." bekannt vor. Warum Sie sich guten Gewissens von solchen Vorwürfen distanzieren dürfen, zeigt der folgende Artikel.

Vorurteil 2: „AD(H)S ist eine Allerweltsdiagnose“

Eltern und Lehrerpersonen kommen heutzutage immer mehr mit dem Thema AD(H)S in Berührung. Angetrieben durch Berichte aus den Medien werden in der Gesellschaft immer mehr Stimmen laut, die davon sprechen, dass es eine regelrechte „AD(H)S-Epidemie“ gäbe und dass die Aufmerksamkeitsdefizitstörung "eine Modediagnose für unerzogene Kinder" sei. Ich führe nachfolgend aus, warum dies nicht der Fall ist.

Vorurteil 3: „Ärzte und Eltern stellen die Kinder mit Ritalin & Co ruhig“

Entgegen der Erwartung vieler Eltern sind die gängigen Wirkstoffe in der medikamentösen ADHS-Therapie keine „Dämpfer“, sondern Stimulanzien, die die Hirnaktivität erhöhen sollen.

Was für den Schulerfolg AD(H)S-betroffener Kinder wichtiger ist als die Intelligenz

Bevor wir uns dieser Frage aus wissenschaftlicher Sicht widmen, würden wir Sie gerne einen Moment zu  Familie Strutz entführen:

„Mamaaa, weisst du eigentlich, wo mein… ist???“ Wie oft hat Lenas Mutter diesen Satz bereits von ihrer 10-jährigen Tochter gehört. Sehr viel öfter als ihr lieb ist. Lenas Vater gibt manchmal neckisch zu, dass seine Tochter das Chaos fast magisch anzuziehen scheint.

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